hoyerswerda

Hoyerswerda – Reallabor für einen postfossilen Strukturwandel und Stadtumbau

Innovativer Kern des Reallabors ist die erstmalige Realisierung einer transformativen Prozessinfrastruktur mit den Kernelementen ECO-LINK und ECO-STATION

Eco Station

Hier könnten wir die Eco Station beschreiben.

Eco Link

Hier könnten wir die Eco Station beschreiben.

Hoyerswerda

Modellstadt Hoyerswerda - Reallabor für einen enkeltauglichen Strukturwandel und Stadtumbau

Die Stadt Hoyerswerda in der sächsischen Lausitz ist in besonderer Weise geeignet und auch gewillt, einen umfassend und langfristig angelegten Strukturwandel auf der methodisch-konzeptionellen Grundlage der Eco City Strategie einzuleiten.

Mit ihren ca. 70.000 Einwohnern war Hoyerswerda zur Boom-Zeit der DDR-Braunkohlenindustrie die größte und wichtigste Stadt im sächsischen Teil des Braunkohlenreviers Lausitz. Mit dem Niedergang der Kohle ist die Stadt seitdem um mehr als 50% auf heute ca. 30.000 EW geschrumpft und steht vor der Herausforderung eines umfassenden Strukturwandels. 

Das im Jahre 2020 von der Bundesregierung Deutschland verabschiedeten Kohleausstiegsgesetz bietet mit seinen umfangreichen und langfristig angelegten Fördermöglichkeiten eine große Chance diesen Strukturwandel mit innovativen und zukunftsweisenden Lösungen anzugehen. Es wird sogar dazu aufgefordert, die Fördermöglichkeiten zu nutzen, um neue und auch unkonventionelle Wege für einen solchen Strukturwandel zu entwickeln und modellhaft für ähnliche Situationen in Deutschland und Europa zu erproben.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern und der Stadt Hoyerswerda wurde in den Jahren 2021 – 2023 die hier vorgestellte Konzeption für einen solchen modellhaften Strukturwandel in Anlehnung an die Eco City Strategie entwickelt. Dieser wurde mit den örtlichen Bürgerinitiativen, den Gremien der Stadt und den zuständigen Bundes- und Landesbehörden abgestimmt und auf dieser Grundlage ein Förderantrag erstellt und bei der Landesregierung eingereicht.

ort

Warum Hoyerswerda/ die Lausitz?

Der beabsichtigte Kohleausstieg bietet zusammen mit den von der Bundesregierung und dem Land Sachsen dazu beschlossenen Gesetzten und Förderprogrammen besonders geeignete Rahmenbedingungen für einen integrierten und ressortübergreifenden Strukturwandel in der Region Lausitz. Die Stadt Hoyerswerda ist zusammen mit ihrem Umland in besonderer Weise geeignet, in dieser Entwicklung eine modellhafte Vorreiterrolle einzunehmen. Sie ist die ehemals größte und wichtigste Stadt des sächsischen Kohlereviers Lausitz. Es wurden bereits zahlreiche modellhafte Einzelprojekte in der Stadt und ihrem Umfeld auf den Weg gebracht.
Mit der Eco City Strategie sollen ein langfristiger Rahmen und eine integrierende Zielsetzung für den gesamtstädtischen Strukturwandel in Hoyerswerda geschaffen werden, die auch die Region mit einbeziehen.

Ausgangslage

Die fossile und autogerechte Stadt. Unattraktiv und nicht enkeltauglich!

Der Bau der Neustadt als Stadterweiterung östlich des Schwarze-Elster-Kanals ab den 60er Jahren war die Antwort auf ein massives Bevölkerungswachstum in Hoyerswerda.

Zwischen 1956 und 1981 stieg die Zahl der Bewohnerinnen von etwa 10.000 auf etwa 70.000. Altstadt und Neustadt sind nie zusammengewachsen und bis heute städtebaulich getrennt.

stadtökologische ausgangslage

In Hoyerswerda zeigen sich die typischen Merkmale einer modernen fossil und autogerecht geprägten Stadt- und Raumentwicklung

Stadterweiterung 19./20. Jahrhundert

Historischer Stadtkern

B 96 und Kanal, trennende monofunktionale Infrastruktur

Neustadt - autogerecht-fossil geprägte Plattenbausiedlung - geplant als modelhafte sozialistische Zukunftsstadt

Industrie- und Gewerbeansiedlungen Kleingartengebiete

Seiner synergetischen klima-, und biodiversen Funktionen sowie siedlungsökologischen Kreislaufbeziehungen entleerter Landschaftsraum

Erholung und Tourismus "Scheibsee"

  • Monofunktional entkoppelte, den Klimawandel weiter anheizende Siedlungsstruktur
  • Autogerechte Stadtstruktur – wenig attraktiv für Fußgänger und Fahrradfahrer – betrifft auch Umland und Region
  • Große überregionale Importabhängigkeit, Verlust an lokaler und regionaler Wertschöpfung und Arbeitsplätzen
  • Fehlende Kreisläufe und synergetische Beziehungen zwischen Stadt, Umland und Region (ökologisch, sozial, ökonomisch
  • Lineare Ver- und Entsorgungsstrukturen mit hohen Energie- und Stoffverlusten, Abfällen, Schadstoffemissionen
  • Mehrfach überhöhter ökologischer Fußabdruck, zukunftsgefährdender Verlust an Biodiversität und Resilienz

leitbild

Neue Wege der Partizipation

Strukturwandel kann nur dann erfolgreich sein, wenn er auch im Denken, Fühlen und Wollen der Menschen stattfindet. Die konsequente Einbeziehung aller Ebenen und Akteursgruppen der Stadtgesellschaft soll durch attraktive Rahmenbedingungen und Möglichkeitsräume für die Entwicklung und Erprobung auch ganz neuer Beteiligungsformate gefördert werden.

Vernetzung bereits bestehender Einzelprojekte

Um diesen mehr Sichtbarkeit zu verleihen, Synergieeffekte zu fördern und Multiplikatoreffekte auszulösen. Die Einzelprojekte werden zu erfahrbaren Bausteinen eines identitätsstiftenden und konsensfördernden Gesamtprozesses.

Schlüsselrolle der lokalen und regionalen Wirtschaft

… zur Umsetzung der Energie-, Mobilitäts-, Bau-, Wohn- und Ernährungswende bis hin zu einer neuen Kreislaufwirtschaft. Das Gelingen hängt in hohem Maße von neuen und überzeugenden Kooperations- und Koproduktionsformaten zwischen den betroffenen Bürgern, der Wirtschaft und Verwaltung sowie teilweise weiteren Akteuren ab. Das bedeutet eine gewaltige Herausforderung, aber auch neue Tätigkeitsfelder und Arbeitsplätze.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Begleitforschung

Es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung der erforderlichen Innovationen des ökologischen Stadtumbaus wie auch des Strukturwandels in bestimmten Fällen an rechtliche Grenzen stößt. Für diese Fälle sind geeignete Lösungen zu finden. Ziel der rechtlichen Begleitforschung ist, aus den Erfahrungen des Reallabors Vorschläge für die Anpassung des Rechtssystems an die Anforderungen des Strukturwandels und ökologischen Stadtumbaus zu entwickeln.

Strukturwandel als städtebauliche Gestaltungsaufgabe

… durch neue regenerative Energien, Stoffkreisläufe und Wertschöpfungsketten sowie der Neugestaltung der ökologischen und sozialen Ausgleichsfunktionen. Besondere Schlüsselprojekte werden etwa über Lernrouten miteinander verbunden als Beitrag zu einer neuen Form von transformativem Tourismus im Lausitzrevier.

  • Mehrfach überhöhter ökologischer Fußabdruck, zukunftsgefährdender Verlust an Biodiversität und Resilienz
  • Mangel an Aufenthalts- und Lebensqualität und sinnstiftender Arbeit, Zunahme von Risiken und Zukunftsängsten

Folgen

  • Autogerechte Stadtstruktur – wenig attraktiv für Fußgänger und Fahrradfahrer – betrifft auch Umland und Region
  • Große überregionale Importabhängigkeit, Verlust an lokaler und regionaler Wertschöpfung und Arbeitsplätzen
  • Fehlende Kreisläufe und synergetische Beziehungen zwischen Stadt, Umland und Region (ökologisch, sozial, ökonomisch)
  • Lineare Ver- und Entsorgungsstrukturen mit hohen Energie- und Stoffverlusten, Abfällen, Schadstoffemissionen
  •  

Monofunktional entkoppelte, den Klimawandel weiter anheizende Siedlungsstruktur

  • Vier wenig verbundene und maßgeblich von Automobilität abhängige Stadtquartiere – eine für die moderne Stadtentwicklung typische Trennung zwischen Stadt und Umland:
    • Die historische Altstadt
    • Die Neustadt, die während ihres Aufschwungs als zentrale Energiestadt der DDR-Zeit auf der anderen Seite der Schwarzen Elster entstanden ist
    • Das neue entstehende Freizeitzentrum am Scheibesee
    • Den Industriepark „Schwarze Pumpe“, eine große Hoffnung für das Entstehen neuer Arbeitsplätze für die Stadt und Region

die ziele

  1. Reallabor Zukunft: Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, dass die Bürger und lokale Akteure die Gestaltung ihrer Zukunft weitestgehend selbstbestimmt gestalten können.

  2. Die Vier Eckpunkte der ECO CITY STRATEGIE als ein integriertes Konzept bilden die methodisch-konzeptionellen Leitlinien dies auf eine erstrebenswerte Zukunft ausgerichteten Strukturwandel und Stadtumbaus.

  3. Eine Schlüsselrolle spielt die Stärkung und nachhaltige Transformation der lokalen und regionale Wirtschaft. Sie und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Bürgern, der Verwaltung und der Verwaltung sind entscheidender Motor des Strukturwandels, schaffen Beschäftigung und Arbeit neuen Typs.

  4. Der Strukturwandel ist vor allem auch eine städtebauliche Gestaltungsaufgabe. Er erfordert eine konsens- und identitätsstiftende und für die Menschen im täglichen Leben erfahrbare städtebaulich Ausprägung.

  5. Ziel ist die Schaffung geeigneter Voraussetzungen für eine zukunftsgerechte Erneuerung attraktiver und sinnstiftender Stadt-Umland-Beziehungen, die Stärkung attraktiver Funktionen, Beziehungen und Kreisläufe zwischen Stadt, Umland und Region in allen vier Dimensionen: ökologisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell.

Strukturwandel kann nur dann erfolgreich sein, wenn er auch im Denken, Fühlen und Wollen der Menschen stattfindet. Die konsequente Einbeziehung aller Ebenen und Akteursgruppen der Stadtgesellschaft soll durch attraktive Rahmenbedingungen und Möglichkeitsräume für die Entwicklung und Erprobung auch ganz neuer Beteiligungsformate gefördert werden.

um diesen mehr Sichtbarkeit zu verleihen, Synergieeffekte zu fördern und Multiplikatoreffekte auszulösen. Die Einzelprojekte werden zu erfahrbaren Bausteinen eines identitätsstiftenden und konsensfördernden Gesamtprozesses.

zur Umsetzung der Energie-, Mobilitäts-, Bau-, Wohn- und Ernährungswende bis hin zu einer neuen Kreislaufwirtschaft. Das Gelingen hängt in hohem Maße von neuen und überzeugenden Kooperations- und Koproduktionsformaten zwischen den betroffenen Bürgern, der Wirtschaft und Verwaltung sowie teilweise weiteren Akteuren ab. Das bedeutet eine gewaltige Herausforderung, aber auch neue Tätigkeitsfelder und Arbeitsplätze.

durch neue regenerative Energien, Stoffkreisläufe und Wertschöpfungsketten sowie der Neugestaltung der ökologischen und sozialen Ausgleichsfunktionen. Besondere Schlüsselprojekte werden etwa über Lernrouten miteinander verbunden als Beitrag zu einer neuen Form von transformativem Tourismus im Lausitzrevier.

Die Gestaltung der transformativen Prozessinfrastruktur stellt dabei eine ganz besondere Herausforderung dar. Eco-Station und Eco-Link sollen in markanter Weise als neue städtebauliche Strukturelemente, als Lern-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte in den bestehenden Stadtorganismus integriert und sichtbar gemacht werden – auch zur Förderung eines neues transformativen Prozessdenkens in der Stadt- und Raumentwicklung.

Es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung der erforderlichen Innovationen des ökologischen Stadtumbaus wie auch des Strukturwandels in bestimmten Fällen an rechtliche Grenzen stößt. Für diese Fälle sind geeignete Lösungen zu finden. Ziel der rechtlichen Begleitforschung ist, aus den Erfahrungen des Reallabors Vorschläge für die Anpassung des Rechtssystems an die Anforderungen des Strukturwandels und ökologischen Stadtumbaus zu entwickeln.

konzept

Mobilitätsstationen

Eco Station

Neustadt

Altstadt

Bahnhof

Freizeit-Quartier Scheibesee

Transvormative Projekte, Initativen In Umland/Region

Transvormative Projekte, Initativen In Umland/Region

Transvormative Projekte, Initativen in der Stadt

Industriepark Schwarze Pumpe

Innovativer Kern für den partizipativen Strukturwandel und Stadtumbau für einen partizipativen Strukturwandel und Stadtumbau – gebildet durch die Kernelemente ECO-LINK und ECO-STATION.

  • Es entsteht ein NEUES STÄDTEBAULICHES STRUKTURELEMENT: multifunktional, attraktiv, identitätsstiftend – eine ins tägliche Leben und Erleben der Menschen integrierte TRIEBKRAFT FÜR DEN STRUKTURWANDEL
  • Damit verbunden eine SMARTE UND MULTIFUNKTIONALE VERLINKUNG der bisher getrennter Ortsteile: ALTSTADT, NEUSTADT, FREIZEITZENTRUM SCHEIBESEE mit Weiterführung in das transformative UMLAND und REGION

LEUCHTTURMPROJEKT für ökologisches und klimaaktives Bauen und Sanieren, grün-blaue Freiraumgestaltung

  • Ort der „Vier Dimensionen des Strukturwandels“ (Ökologie, Sozial, Ökonomie, Kunst-Kultur-Ästhetik)
  • Informations-, Erfahrungs-, Bildungs- und Lernort für Maßnahmen und Projekte des integrierten Strukturwandels
  • Räume und Einrichtungen für Partizipations- und Beteiligungsprozesse, für Bildung und Weiterbildung
  • Demonstrations- und Lernort für Kreislaufwirtschaft, andere transformative Techniken, Kunst und Kultur
  • Veranstaltungen, Events, Seminare, Ort für Ausstellungen, Labore, Werkstätten, Prozess Monitoring
  • Marktplatz und Kontaktbörse für neue Formen der Zusammenarbeit, der Kooperation und Ko-Produktion zwischen Bewohnern, Wirtschaft, Verwaltung, intermediären Akteuren

Der Eco-Link hat folgende drei Funktionen:

  • Als MOBILITÄTS-LINK: verbindet sie als eine attraktive photovoltaiküberdachte Fahrradverbindung zentrale INNERSTÄDTISCHE ZIELORTE mit ebenfalls attraktiven ZIELORTEN IN UMLAND und REGION
  • Als KOMMUNIKATIONS- BILDUNGS- UND LERN-LINK mit ECO STATION verbindet sie bereits existierende Projekte und Lernorte zu Strukturwandel und Klimaanpassung, macht die ökologische, soziale, ökonomische und kulturell-ästhetische Dimension des Strukturwandels erlebbar und erfahrbar.
  • Als INFRASTRUKTUR-LINK verbindet sie öffentliche, private, gewerbliche und intermediären Infrastruktureinrichtungen für Klimaanpassung und Strukturwandel.
  • Renaissance der Stadt-Umland-Beziehungen
  • Verbindung von Stadt und den umgebenden Landschafts- und Erholungsraum
  • Verbindung zum Technologiepark Schwarze Pumpe
  • Als Tourismus- und Bildungsziele: Verbindung zu Projekten und Entwicklungsschwerpunkten des transformativen Strukturwandels in der Region
  • Verbindung zur transformativen Energielandschaft, zu beispielhaften land-, forst- und wasserwirtschaftlichen Projekten
  • Aufbau einer neuen Kreislaufwirtschaft zwischen Stadt und Region
  • modellhafte Dorftransformationen und Zukunftsdörfer, KoDörfer, neue ländliche Siedlungsformen

  • Energie- und Mobilitätswende
  • Bau- und Ernährungswende
  • Wasserkreisläufe/Schwammstadt
  • blau-grüne Infrastruktur
  • Kreislauf-, Agrar- und Forstwende
  • Digitalisierung, Smart City
  • Renaissance des Lokalen, von Nachbarschaften und Quartieren
  • Mischung, qualifizierte Dichte
  • Neues Wohnen, Co-Housing, Co-Working, sozialer Wandel

KONZEPT

PROZESSINFRASTRUKTUR

ECO-LINK und ECO-STATION bilden das Rückgrat und des langfristig orientierten Strukturwandels in eine lebenswerte und enkeltaugliche Zukunft.

Der ECO-LINK ist die verbindende Ader der Eco City. Er verknüpft Quartiere, öffentliche Räume und Funktionsbereiche zu einem zusammenhängenden Stadtraum, der Austausch und Begegnung ermöglicht. Entlang dieser Achse entsteht Bewegung, Orientierung und Identität – sie macht Transformation im Alltag erfahrbar.

Die ECO-STATION ist das Herz der Infrastruktur. Hier laufen alle Energie- und Stoffkreisläufe zusammen: erneuerbare Quellen, Reparatur und Wiederverwendung, urbane Landwirtschaft und Forschung. Sie ist zugleich Technikzentrum, Lern- und Erlebnisort sowie Schaufenster des ökologischen Wandels.

Im Zusammenspiel bilden Eco-Link und Eco-Station eine lebendige Prozessinfrastruktur: Der Link hält die Stadt in Fluss, die Station verdichtet und demonstriert die Transformation. Zusammen schaffen sie ein System, das nicht nur funktioniert, sondern sichtbar, verständlich und sinnlich erfahrbar wird.

Der ECO-LINK: Die verbindende Ader.

Eine Achse der Bewegung, Orientierung und Identität.

Der Eco-Link ist die Lebensader der Eco City und zugleich ein Weg für Vielfalt und Identität. Er verbindet Quartiere und öffentliche Räume und macht dabei vorhandene ökologische Initiativen sichtbar: Urban-Gardening-Flächen, Bienenstandorte, Gemeinschaftsprojekte oder kleine Energie-Initiativen werden entlang der Achse in den Stadtraum integriert und zu einem gemeinsamen Bild der Transformation verbunden. Dazu gehören auch Projekte zur Bau- und Wohnwende, zur Stadtbegrünung und klimagerechten Stadtgestaltung, zur Umstellung auf eine Repair- un d Kreislaufwirtschaft und vieles mehr.

Darüber hinaus trägt der Eco-Link neue Funktionen in die Stadt hinein. Er eröffnet Wege für nachhaltige Mobilität, die Fuß- und Radverkehr ebenso wie geteilte Verkehrsmittel einbezieht. Er wird zu einem Lernpfad, an dem Bildungsangebote, Workshops und öffentliche Wissensräume verankert sind. Er schafft Erfahrungsräume, in denen ökologische Prozesse anschaulich und sinnlich erfahrbar werden. Und er stärkt das lokale Gewerbe, indem Märkte, Werkstätten und kleine Betriebe entlang des Links mehr Sichtbarkeit und Teilhabe an der Stadterzählung gewinnen.

So entsteht eine Infrastruktur, die nicht nur Verbindungen schafft, sondern die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kräfte der Stadt in ihrer Vielfalt verstärkt. Der Eco-Link übersetzt Transformation in den Alltag und macht sie spürbar: als Bewegung, Begegnung und wachsende Stadtkultur, die neue Qualitäten hervorbringt und die Stadt lebenswerter macht.

Die ECO-STATION: Herz des Transformationsprozesses.

Ort der Begegnung, des Lernens und gemeinsamer Entwicklung.

1

EHEMALIGE „SCHULE AM / MIT PLANETARIUM“, NUKLEUS DER ECO-STATION

Treffpunkt mit Kaffee und Küche; Informations-, Kommunikations- und Monitoring- und Aktionszentrum für den Strukturwandel und Stadtumbau; zentrale Ideen- und Kontaktbörse; Seminar-, Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Makerräume für Bürger und Initiativen, Schulen und Bildungseinrichtungen, die Stadtverwaltung und die lokale und regionale Wirtschaft.

Ein Demonstrations- und Leuchtturmprojekt für klima- und zukunftsgerechtes Bauen und Umbauen.

2

DEMONSTRATIONS-, LEHR- UND LERNGÄRTEN

Für: Urban Gardening, Essbare Stadt, Permakultur; Verschönerung von Balkonen, Gärten, Nachbarschaften und Freiflächen; die Umnutzung nicht mehr erforderlicher Parkplatz- und Straßenflächen; neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, Stärkung urbaner Biodiversität und Resilienz.

3

LERN- UND AKTIONSFELD WASSER

Erfahren, Lernen, Machen: urbane Wasserkreisläufe, Wasserbiotope; Wasser als Klima-, Gestaltungs- und Erlebniselement im Garten, in Nachbarschaft und Quartier; Schwammstadtkonzept als Starkregenschutz; Pflanzenkläranlagen und Nährstoffkreisläufe (u.a. Aquaponik, Terrapreta, Komposttoiletten).

4

VERTICAL FARMING

Erfahren, Lernen, Experimentieren zu dem spannenden Zukunftsthema einer neuen urbanen Nahrungsproduktion - in Verbindung mit lokalen Wasser- und Nährstoffkreisläufen.

5

STADTGÄRTNEREI / GARTENCENTER NEUEN TYPS

Hier gibt es nicht nur Pflanzen und Erde, sondern alles, was es braucht, um Anregungen und erlerntes Wissen von den Erfahrungs- und Lerngärten der ECO-STATION für eine attraktive Umgestaltung der eigenen Nachbarschaften und Stadtquartiere übertragen zu können.

6

ECO-KITA, ÖKOLOGISCHE ERLEBNIS- UND ERFAHRUNGSWELT FÜR KINDER

Spielend die Elemente, Gesetzmäßigkeiten und Sinnesqualitäten der Natur erfahren: Erde, Wasser, Luft, Pflanzen, Tiere, Steine, halbwilde Zustände, Schönheit und Lebendigkeit, Jahreszeiten und unterschiedliche Naturzustände und Materialität, kindliche Selbstwirksamkeit beim Bauen, Pflanzen, Plantschen, Entdecken - allein und gemeinsam.

7

KUNST – KULTUR - ÄSTHETIK

Mitmach- und Lernwerkstätten, Freilichtbühne, Flächen für Veranstaltungen und Aktionen, die von hier aus auf andere Flächen der ECO-STATION, des Umfeldes und die Nachbarschaften und Quartiere der Stadt ausstrahlen können.

8

BESTEHENDER ALDI-MARKT

In Kombination mit der ECO-STATION ein wichtiger Magnet und Anziehungspunkt für viele Bewohner aus allen Teilen der Stadt und des Umlandes – für ALDI ein Pilot um neue Wege zu erproben.

9

REGIONALMARKT, REGIONALE TRANSFORMATIONS- UND KREISLAUFBÖRSE

Direktvermarktung von Nahrungsmitteln und anderen Produkten und Dienstleistungen aus Umland und Region - auch in den Bereichen Wohnen und Ko-Wohnen, Freizeit und Tourismus; Wiederentdeckung von Umland und Region als Erlebnis-, Erfahrungs- und Lernraum für Klimawandel, Biodiversität, Energiewende, neue Kreislaufwirtschaft, als Aktions- und Eventraum.

10

TAUSCH- UND REPAIRZENTRUM, BAUTEILBÖRSE

mit Informationszentrum Kreislaufwirtschaft (Umnutzung eines geeigneten Bestandsgebäudes in guter Anbindung an ECO-STATION oder ECO-LINK)

11

FAHRRADSTATION/ -WERKSTATT

Fahrradwerkstatt, Info-Zentrum zur Mobilitätswende, Angebote von einschlägigen Produkten und Dienstleistungen (zu prüfen ist eine Integration in eines der benachbarten Bestandsgebäude)

12

HAUS FÜR DIE ENERGIE- UND BAUWENDE

Repräsentanzen von Branchen und Firmen der lokalen und regionalen Wirtschaft; u.a. Büros, Demonstrationsflächen, Werkstätten.

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ÖKOLOGISCHER BAUMARKT

mit nachhaltigen und gesunden Baustoffen und Bauteilen an geeignetem Standort in guter Erreichbarkeit ECO-STATION oder ECO-LINK.

14

REPRÄSENTANZEN WEITERER TRANSFORMATIVER BRANCHEN UND GEWERBEBETRIEBE AUS DER STADT UND REGION.

15

BAHNHOF NEUSTADT MIT MOBILITÄTSSTATION

16

VERBINDUNG von ECO-STATION und ECO-LINK - dem HERZEN und der SCHLAGADER des ganzheitlich und langfristig ausgerichteten Strukturwandels von Hoyerswerda und seinem Umland.

Die Eco-Station ist das Herz der Eco-City und zeigt beispielhaft, wie Stadt und Region den Weg in eine nachhaltige Zukunft gehen können. Sie bündelt zentrale Funktionen des Strukturwandels: von Urban Gardening, Lern- und Wassergärten bis hin zu Vertical Farming und einer ökologischen Kita. Hier entstehen Räume, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Natur erfahren, Kreislaufwirtschaft erleben und neue Formen der Ernährung, Energie- und Ressourcennutzung praktisch ausprobieren können. Die ästhetische Gestaltung der Räume spielt eine Schlüsselrolle, weil sie die Wahrnehmung und Akzeptanz des Wandels unmittelbar beeinflusst.

Gleichzeitig ist die Eco-Station ein Ort der Begegnung für Bürger, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Politik. Repair-Center, regionale Märkte und Werkstätten verbinden ökologische Innovation mit alltäglichen Bedürfnissen und geben lokalen Betrieben neue Sichtbarkeit. Ergänzt wird dies durch Kulturflächen, einen ökologischen Baumarkt und Mobilitätsangebote, die die Eco-Station über die Stadt hinausstrahlen lassen.

Die vorgesehenen Kultur- und Veranstaltungsflächen sind Katalysatoren, die über die Station hinaus in Quartiere und Nachbarschaften wirken. Konzerte, Theater, Workshops oder Festivals schaffen Anlässe für Begegnung und stärken die Identität der Stadt im Wandel.

So wird die Eco-Station zur Schaltstelle zwischen Mensch, Technik, Kunst und Natur, ein Lern- und Erlebnisort, der Transformation anschaulich macht und neue Stadtqualität schafft.

Projektgenese

Meilensteine für die enkeltaugliche Zukunft von Hoyerswerda.

Die Idee zur Eco City entstand 2021 auf Einladung des Oberbürgermeisters Torsten Ruban-Zeh, der Prof. Ekhart Hahn und weitere Experten ins Rathaus holte. Ziel war, Hoyerswerda zur Modellstadt des Strukturwandels zu machen. 2022 wurde das Projekt der Bundesbauministerin Klara Geywitz vorgestellt, die das große Potential bestätigte. Auch das Kompetenzzentrum Regionalentwicklung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurde eingebunden.

2023 folgten erfolgreiche Präsentationen vor Stadtgesellschaft, Stadtrat und Landesregierung, die das Konzept breit unterstützten. Trotz grosser Resonanz gelang es jedoch nicht, die Bevölkerung von Beginn an systematisch einzubinden. 2024 bestätigten die zuständigen Spitzenbeamten die Förderfähigkeit bis 2038, empfahlen jedoch eine Zusammenführung mit bestehenden STARK-Projekten. Diese Zusammenführung wurde von der Stadtverwaltung überraschend abgelehnt, ein Bruch mit der bis dahin erfolgreichen Entwicklung. Damit ist eine starke Ausgangsbasis geschaffen, das Fundament steht. Nun gilt es, den begonnenen Weg konsequent fortzuführen.

Zeitleiste

  • August 2020: Bundesregierung beschließt Kohle Ausstiegsgesetz und stellt umfangreiche Fördermittel zur Verfügung.
  • März 2021 – Startimpuls: OB Ruban-Zeh lädt Ekhart Hahn ein, das Projekt vorzubereiten.
  • November 2022 – Treffen mit Bundesbauministerin Geywitz, die Unterstützung zusagt.
  • Januar 2023 – Erstpräsentation des Gesamtkonzepts mit breiter Zustimmung aller Vertreter der Stadtgesellschaft.
  • August/September 2023 – Positive Resonanz von Stadtrat und dem für den Struktur-wandel und die Fördermittel zuständigen Staatsminister des Freistaates Sachsen.
  • März 2024 – die Förderfähigkeit wird bestätigt; überraschende Absage der Stadtverwaltung.
  • Seitdem: Projekt im Wartestand.

Resümee

Ein Blueprint für eine enkeltaugliche Stadtentwicklung weit über Hoyerswerda hinaus

Das Projekt Eco City Lausitz-Hoyerswerda hat in kurzer Zeit bemerkenswerte Erfolge erzielt: Von der Initiative des Oberbürgermeisters 2021 über die Unterstützung durch Bundesbauministerin Klara Geywitz, das Kompetenzzentrum Regionalentwicklung und offizielle Gremien der Stadtgesellschaft bis hin zur Rückendeckung durch lokale Bürgerinitiativen. 2024 wurde zudem die Förderfähigkeit durch Bund und Land bestätigt. Damit ist klar: Die Idee besitzt Strahlkraft weit über die Region hinaus.

Die fehlende frühe Einbindung der Bevölkerung und die überraschende Absage der Stadtverwaltung hat den Fortgang zunächst gestoppt, doch das Fundament ist gelegt.

Das Projektergebnis: Hoyerswerda zeigt, wie sich Vision, Politik und Fachkompetenz verbinden lassen, um eine Stadt der Zukunft zu gestalten. Dieses Modell kann als Blueprint dienen für andere nationale und internationale Städte, die vor ähnlichen Strukturwandel- und Transformationsaufgaben stehen.

medienecho zu Hoyerswerda

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